Blog Verzeichnis

Die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg hat gestern die Novemberzahlen veröffentlicht. Demnach ist trotz der Flaute in Wirtschaft und Konjunktur die Zahl der Arbeitslosen weiter zurückgegangen. Von Fachleuten wird jedoch vorausgesehen, dass die Zahl der Arbeitslosen bald wieder steigt, weil sich die Wirtschaftskrise nun auch in Richtung Arbeitsmarkt bewegt. Die heute veröffentlichten Zahlen haben aber auch etwas gutes an sich: Mit der Novemberzahl handelt es sich um die niedrigste Arbeitslosenmeldung seit 16 Jahren. Das ist sicher auch eine Meldung mit Positiveffekt. Denn je weniger Arbeitslose um so mehr Arbeitnehmer mit ausreichend Einkünften, die ihrerseits wieder mehr gehen und und mehr oder weniger ausführliche Besuche abstatten. Das macht sich in jedem Fall in den Kassen der profitierenden Betriebe bemerkbar – sollte man meinen. Aber sind denn wirklich so viele weniger arbeitslos? Kann es nicht auch sein, dass die Bundesagentur da wie üblich ein wenig nachgeholfen hat? So werden beispielsweise Lehrgangsteilnehmer nicht als arbeitslos oder arbeitsuchend registriert, weil sie per Definition dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Dabei bekommen Lehrgangsteilnehmer inhaltlich die gleichen Leistungen, nur mit anderem Titel. Darum habe diese Menschen nicht mehr Einkommen und können auch nicht mehr oder anderweitig Geld ausgeben. Auch die Vermittlung von Arbeitsuchenden in den ersten Arbeitsmarkt ist nicht leicht. Denn häufig klaffen Stellenanforderungen und Arbeitnehmerprofil weit auseinander. So wird für manche zu besetzende Stelle keine passende Besetzung gefunden. Auch das macht sich in den Umsatzzahlen eines Unternehmens bemerkbar. Denn zu wenige Mitarbeiter müssen dann Mehrarbeit, also Überstunden, leisten, die wiederum teuer sind. Denn Überstundenvergütung über die Gehaltsabrechnung kostet zusätzliche Arbeitgeberleistungen zu den Sozialabgaben. Und bei Freizeitausgleich müssen dann andere Kollegen wiederum noch mehr Überstunden leisten. Da wäre es sicher profitabler, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Denn andauernde Überlastung von Mitarbeitern bedeutet auch einen höheren Krankenstand, der die Kassen des Betriebes ebenso belastet wie die Krankenversicherungsträger. So ist die zum Teil mangelhafte Qualifikation der Arbeitnehmer eine Belastung für den Betrieb. Außerdem ist mit nicht ausreichender Qualifikation auch ein nicht so hohes Gehalt zu erzielen, was wiederum dazu führt, dass nicht so viel konsumiert werden kann. Und das kann jeder Händler Tag für Tag in der Abrechnung seiner sehen. Ähnlich sieht es auf dem Ausbildungssektor aus. Immer mehr Schulabgänger haben schlechte oder gar keine Schulabschlüsse und deren Bildungsstand ist sehr mangelhaft. Dass Arbeitgeber da nicht bereit sind auszubilden, kann man fast befürworten. Denn ein Ausbildungsbetrieb sollte nicht noch zuständig sein für Vermittlung von Allgemein- und grundsätzlichem Schulwissen. Da sind auch die Eltern gefragt. Doch da zeichnet sich einigen Jahren auch ein Trend ab, bei dem sich mir die Nackenhaare kräuseln. Doch das würde zu sehr vom Thema abweichen. Schade ist in jedem Fall, dass viele Eltern keine Zeit für oder kein Interesse an ihren Kindern haben und die Schulen schlicht überfordert sind, dieses Defizit auszugleichen. Zumal gewisse Zuständigkeiten schlicht ins Elternhaus gehören. Leider sind dies Bildungsdefizite auch ein Grund dafür, warum in Zukunft der Ausbildungsstand in Deutschland ebenfalls nachlassen dürfte. Dann ist die international so hoch geachtete Ausbildung in Deutschland nicht mehr viel wert.

Tags:, , , , , , ,

Verwandte Artikel

Kommentieren